LAND & LEUTE
Die Kokos-Insel (span. Isla del Coco, engl. Cocos Island) ist eine unbewohnte Insel im Pazifischen Ozean. Sie gehört politisch zu Costa Rica und ist der Provinz Puntarenas zugeordnet. Die Insel wurde 1526 durch Juan Cabezas entdeckt. Bekannt ist sie vor allem für die Schätze, die Piraten wie beispielsweise Benito Bonito, Henry Morgan oder Kapitän Thompson dort vergraben haben sollen. Es gab zahlreiche Expeditionen mit dem Versuch, sie zu finden, bislang ist jedoch kein größerer Fund bekannt.
Die Kokos-Insel ist die einzige tropische Insel im Ostpazifik mit einem tropischen Regenwald. Die Reichhaltigkeit der Pflanzen ist zwar bei weitem nicht so groß wie in Wäldern auf dem Festland, aber auch hier konnten 70 endemische Pflanzen nachgewiesen werden. Von den 87 Vogelarten kommen drei nur hier vor: der Kokosinsel-Kuckuck (Coccyzus ferrugineus), Nesotriccus ridgwayi (ein Tyrannenvogel) und der Kokosfink (Pinaroloxias inornata). Tölpel, Fregattvögel und Seeschwalben unterhalten Brutkolonien auf den der Insel vorgelagerten Klippen.
Ein Problem sind die von früheren Siedlern eingeführten Nutzpflanzen und -tiere. Kaffee und Guaven haben sich teilweise im Unterholz ausgebreitet, verwilderte Hausschweine, Ziegen und Ratten richten Schäden an.
Was die Insel besonders auszeichnet, ist jedoch das reiche Meeresleben. Während die Insel normalerweise im Bereich des ost-westlichen Äquatorialen Gegenstroms liegt, ist sie während des El Niño die erste Insel, die warmes Wasser aus Richtung Westen erhält. Dies führt ähnlich wie auf den Galapagos-Inseln zu einem trans-pazifischen Austausch von Larven und Meerestieren.
Die ausgedehnten Korallenriffe rund um die Insel beherbergen 32 Korallenarten, 57 Krebstiere und 500 Molluskenarten. 300 Fischarten zeugen zwar nicht von außergewöhnlicher Vielfalt, aber dafür ist die Gesamtzahl der Tiere riesig. Bekannt ist die Insel für die großen Schwärme von Bogenstirn-Hammerhaien und Weißspitzen-Riffhaien, die an der Insel vorbeiziehen. Auch Walhaie und Mantarochen kommen in großer Zahl vor.
Die Kokos-Insel gehört offiziell seit 1869 zu Costa Rica. Nach mehreren vergeblichen Versuchen, sie zu besiedeln, schickte die Regierung 1898 eine Expedition, um zu ermitteln, ob auf der Insel dauerhaft ein Gefängnis eingerichtet werden könnte. Die Expeditionsleiter, Anastasio Alfaro und Henri Pittier, empfahlen jedoch das Gegenteil: die Einrichtung eines Naturschutzgebietes. Erst 1978 wurde jedoch tatsächlich ein Nationalpark eingerichtet und mit der Bewachung der Insel begonnen, um zu verhindern, dass durch Schatzsucher, Taucher und Fischer weitere Schäden angerichtet werden.
1997 wurden die Insel und das sie umgebende Meer zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Seit 2001 umfasst das Schutzgebiet 12 Seemeilen (22 km) rund um die Insel.
|